Das Tarifsystem steckt in einer Krise: Die Sozialpartner haben mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Immer mehr Unternehmen agieren außerhalb von Tarifverträgen. Helena Schneider vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erklärt, warum das so ist und wie die Tarifpartner dem entgegenwirken können.

„Das Tarifsystem ist ein wichtiges Element der sozialen Marktwirtschaft“, erläutert Helena Schneider, die sich am Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) mit Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen in der Metall- und Elektroindustrie befasst. Umso schwerer wiegt, dass die Tarifbindung in Deutschland seit Jahren abnimmt. Entwicklungen wie die voranschreitende Globalisierung erhöhen den Druck auf das System zusätzlich.

Dennoch gebe es gerade für Unternehmen immer noch gewichtige Gründe, im System der Tarifpartnerschaft zu bleiben, erklärt Schneider. Aber was können die Tarifpartner konkret tun, um der sinkenden Tarifbindung entgegenzuwirken? Oder muss gar der Staat eingreifen, um das kriselnde Tarifsystem zu stärken? Darüber spricht Helena Schneider in einem bereits vor der Corona-Krise geführten Videointerview für das IAB-Forum.

Mehr über Helena Schneider

Helena Schneider forscht am IW Köln zu Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen. Die Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin hat dort unter anderem im Rahmen einer Unternehmensbefragung die Arbeitszeitpolitik und Tarifbindung in der deutschen Metall- und Elektroindustrie untersucht.

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https://youtu.be/mzaigqaoLXQ

Interviewreihe: Die Rolle der Sozialpartnerschaft heute

Das Gespräch mit Helena Schneider ist der dritte und letzte Teil einer Videointerview-Reihe im IAB-Forum zur heutigen Rolle der Sozialpartnerschaft:

Videolink

Winters, Jutta (2020): Tarifverträge um des Friedens willen, In: IAB-Forum 5. August 2020, https://www.iab-forum.de/tarifvertraege-um-des-friedens-willen/, Abrufdatum: 27. September 2020