Die Corona-Krise hat auch die Forschung und Beratung am IAB vor immense Herausforderungen gestellt, denn damit stieg der Informationsbedarf in Politik und Praxis binnen kürzester Zeit dramatisch an. Um diesen zu befriedigen, hat das IAB in bis dato ungekanntem Umfang und in Rekordtempo bestehende Befragungen erweitert und zugleich neue Erhebungen aufgesetzt. Der Aufwand hat sich gelohnt.

Die Covid-19-Pandemie hat die stärkste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Um Neuinfektionen zu begrenzen, Menschenleben zu retten und Überlastungen des Gesundheitssystems zu vermeiden, haben Deutschland und viele andere Ländern viele Bereiche des öffentlichen Lebens zeitweise drastisch heruntergefahren. Einige Wirtschaftszweige, etwa das Hotel- und Gaststättengewerbe oder der stationäre Einzelhandel (ohne den Lebensmittelbereich), waren besonders stark betroffen.

Auch wenn sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt inzwischen wieder auf einem Erholungskurs befinden, zeigt sich die pandemische Lage sehr dynamisch. Erneute Ausbrüche können gegebenenfalls wieder zu stärkeren Einschränkungen führen. Unternehmen, die von den Lockdown-Maßnahmen direkt betroffen waren, sind nach wie vor häufiger in ihrer Existenz bedroht. Auch manchen Beschäftigtengruppen droht als direkte oder indirekte Folge der Corona-Krise Arbeitslosigkeit. Eltern und Kinder drohen erneute Einschränkungen in der Kinderbetreuung und im Schulbetrieb, ebenso Studierenden im Lehrbetrieb.

Die mit der Covid-19-Pandemie verbundenen Herausforderungen haben zu einem immensen kurzfristigen Informationsbedarf in Politik und Praxis geführt. Dieser Bedarf ließ und lässt sich letztlich nur mit aktuellen Umfragedaten befriedigen, die darüber Aufschluss geben, wie Wirtschaft und Gesellschaft mit den Beschränkungen umgehen. Hier ist die langjährige Expertise des IAB in der Gestaltung und Umsetzung neuer Datenprodukte gefragt.

Das IAB hat in kürzester Zeit seine laufenden Erhebungen erweitert und neue Erhebungen aufgebaut, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf Haushalte und Betriebe zeitnah erfassen zu können (siehe Infokästen 1 und 2). Zum einen wurden diese Daten teilweise der Forschungsgemeinschaft über das Forschungsdatenzentrum des IAB zur Verfügung gestellt (siehe Infokasten 3). Zum anderen wurde die Befragten oftmals gebeten, der Verknüpfung ihrer Daten mit administrativen Daten zuzustimmen. In diesem Fall lassen sich Erwerbsverläufe von in der Corona-Krise befragten Personen und Beschäftigungsstrukturen der Betriebe auch längerfristig beobachten. Die hier vorgestellten Datensätze erlauben größtenteils auch die Auswertung der längerfristigen Auswirkungen der Krise.

Das IAB hat seine bisherigen Betriebsbefragungen um Fragen mit Corona-Bezug erweitert

Zu Beginn der Pandemie standen dem IAB keine Befragungsdaten zur Verfügung, die sowohl die Situation der Betriebe vor dem Lockdown im März 2020 als auch die Lage während des weiteren Verlaufs der Pandemie abdeckten. Daher wurde die IAB-Stellenerhebung, eine vierteljährliche Betriebsbefragung, um telefonische Nachbefragungen erweitert. Auf diese Weise konnten über den gesamten Zeitraum das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot sowie Informationen zum betrieblichen Umgang mit der Corona-Krise erhoben werden.

Auch das IAB-Betriebspanel, eine jährliche repräsentative Betriebsbefragung des IAB, wurde erweitert. Neu aufgenommen wurden dort Fragen zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Betriebe, zum Ausmaß ihrer Betroffenheit, zu den personalpolitischen Reaktionen auf die Pandemie, zu Veränderungen im Leistungsangebot oder in den Vertriebswegen, zur Kurzarbeit sowie zur betrieblichen Aus- und Weiterbildung.

Ein bemerkenswerter Nebeneffekt der Pandemie ist der dadurch ausgelöste Digitalisierungsschub und dessen mögliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt (lesen Sie hierzu auch einen 2021 im Wirtschaftsdienst erschienenen Artikel von Lutz Bellmann und Koautoren sowie einen Beitrag von Nicole Gürtzgen und anderen im IAB-Forum). Die bereits 2016 durchgeführte IAB-ZEW-Arbeitswelt 4.0-Befragung wurde daher 2021 wiederholt. Damit lässt sich beispielsweise die verstärkte Nutzung bestimmter digitaler Technologien, etwa in den Bereichen Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz und Robotik, während der Pandemie untersuchen.

Die bestehenden Personenbefragungen nehmen auch die Auswirkungen der Pandemie auf verschiedene Personengruppen in den Blick

Darüber hinaus wurden bestehende Personenbefragungen wie die Panelstudie „Arbeitsmarkt und Soziale Sicherheit“ (PASS) oder das Linked Personnel Panel (LPP) um Fragemodule mit Corona-Bezug erweitert. Diese ermöglichen es beispielsweise, die Folgen der Covid-19-Pandemie auf die individuelle Gesundheit und das Wohlbefinden sowie die innerfamiliäre Arbeitsteilung oder auch die Auswirkungen auf die gesellschaftliche Teilhabe und die soziale Ungleichheit zu untersuchen.

Einige IAB-Befragungen nehmen besondere Personengruppen genauer in den Blick. So werden im Rahmen der Befragung „Lebensqualität und Teilhabe“ Langzeitarbeitslose und Langzeitleistungsbeziehende, die im Rahmen des Teilhabechancengesetzes (§ 16e und § 16i Zweites Buch Sozialgesetzbuch) gefördert werden, sowie eine Vergleichsgruppe von ALG-II-Beziehenden zu ihrer sozialen Teilhabe, ihrem Wohlbefinden, der Angst vor Jobverlust und ihren Arbeitsbedingungen während der Covid-19-Pandemie befragt.

Die Befragung „Arbeitssuche und Lebensqualität“ richtet sich an Beschäftigte, die sich arbeitsuchend gemeldet haben. Sie liefert in monatlichen Abständen anhand einer Befragung über eine Smartphone-App eine Vielzahl an Informationen: zum aktuellen Erwerbsstatus, zu verschiedenen Indikatoren im Hinblick auf das Wohlbefinden (kognitives, emotionales, physisches und psychisches Wohlbefinden), zur Inanspruchnahme von Kurzarbeit, zu Corona-Infektionen und -Quarantäne, zur Nutzung von Homeoffice, aber auch zu individuellen Sorgen um die persönliche wirtschaftliche Lage, die eigene Gesundheit oder die Gesundheit von Angehörigen.

Mit dem Nationalen Bildungspanel (NEPS) und der Befragung „Berufliche Orientierung: Berufswahl und Studienwahl“ (BerO) können zudem die Auswirkungen der Covid‑19‑Pandemie auf die Bildungs- und Erwerbsverläufe von jungen Menschen, auf die Entwicklung von Jugendarbeitslosigkeit sowie auf die Übergänge von der Schule in Ausbildung und Beschäftigung untersucht werden.

Im Rahmen der Studie „Corona und Du“ (CoDu) werden Veränderungen der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen und deren Eltern als Folge der Covid-19-Pandemie beleuchtet. Dabei werden in unterschiedlichen Befragungen bundesweit etwa 10.000 Kinder und Jugendliche verschiedener Altersgruppen sowie deren Eltern interviewt. Die Studie untersucht vorrangig die individuellen Bildungsentscheidungen dieser Kinder und geht der Frage nach, wie die staatliche Unterstützung von Familien mit Kindern zielgerichtet angepasst werden kann.

Drei Sonderbefragungen befassen sich mit den Folgen der Corona-Krise für Migrantinnen und Migranten

Um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Migrantinnen und Migranten im Allgemeinen und speziell auf Geflüchtete in Deutschland zu erfassen, hat das IAB gemeinsam mit seinen Partnern im Frühjahr und Sommer 2020 Sonderbefragungen im Rahmen der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten und der IAB-SOEP-Migrationsstichprobe durchgeführt. Dadurch stehen umfangreiche Informationen zur Veränderung der Beschäftigungssituation, zum Besuch von Integrationskursen und -maßnahmen, zur sozialen und gesundheitlichen Situation der Befragten sowie zu zahlreichen Strukturmerkmalen (zum Beispiel zur Branchen-, Betriebs- und Tätigkeitsstruktur) zur Verfügung. Da diese Informationen auch in der Hauptbefragung der Folgewellen erhoben werden, erlauben sie längerfristige Arbeitsmarktanalysen.

Das IAB führt des Weiteren 2021 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dem Forschungszentrum des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und dem Robert-Koch-Institut (RKI) die repräsentative Sondererhebung RKI-SOEP-2-Corona-Studie durch (lesen Sie dazu auch einen aktuellen Beitrag im IAB-Forum). Dabei werden Personen befragt, die am Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) des DIW teilnehmen. An diese Personen werden ein Kurzfragebogen sowie Test-Kits versandt, mit denen sich Tests auf Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus durchführen lassen. Auf diese Weise werden repräsentative Daten zur Immunität gegenüber dem Virus generiert. Diese Daten werden mit den erhobenen Befragungsinformationen sowie den allgemeinen, im Rahmen des SOEP erhobenen Längsschnittdaten verknüpft. Damit lässt sich unter anderem untersuchen, wie sich sozio-ökonomische Faktoren auf Infektionsrisiko, Impfbereitschaft und Impfquoten, Zugangshürden zum Gesundheitssystem und langfristige Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion (Long-Covid) auswirken. Auch mögliche Auswirkungen auf den Beschäftigungsstatus lassen sich damit analysieren.

Zwei neue Wiederholungsbefragungen bilden die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf Betriebe und Personengruppen zeitnah ab

Da sowohl die Länge der Fragebögen als auch die Frequenz der bereits etablierten IAB-Befragungen naturgemäß begrenzt sind, hat das IAB neue Wiederholungsbefragungen mit einem hohen Befragungsrhythmus aufgesetzt. Die beiden wichtigsten sind die Betriebsbefragung „Betriebe in der Covid-19-Krise“ und das hochfrequente Online-Personen-Panel „Leben und Erwerbstätigkeit in Zeiten von Corona“.

Mit der Betriebsbefragung „Betriebe in der Covid-19-Krise“ (IAB-BeCovid) wird seit August 2020 eine repräsentative Datenbasis für die Nachfrageseite des Arbeitsmarktes aufgebaut. Dabei werden 1.500 bis 2.000 Betriebe im Abstand von nur drei bis vier Wochen befragt, um die vielfältigen Auswirkungen der Covid-19-Krise zeitnah abbilden zu können. Die so gewonnenen Erkenntnisse zu Themen wie Kurzarbeit, Krisenbetroffenheit, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Impf- und Testangebote in Betrieben, Einstellungen und Entlassungen oder Aus- und Weiterbildung helfen, die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und die Wirkungen von staatlichen Maßnahmen auf die Betriebe besser zu verstehen.

Das IAB hat zudem das hochfrequente Online-Personen-Panel „Leben und Erwerbstätigkeit in Zeiten von Corona“ (IAB-HOPP) aufgesetzt. Dabei wurden von Mai 2020 bis März 2021 jeden Monat Personengruppen mit unterschiedlichem Erwerbsstatus zu Veränderungen ihres Sozial- und Arbeitslebens im Zuge der Covid-19-Pandemie befragt (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, Arbeitslose, Arbeitsuchende, Leistungsempfängerinnen und -empfänger, Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen etc.). Dabei geht es zum Beispiel um die Entwicklung von Beschäftigungsverhältnissen, Kurzarbeit, soziale und finanzielle Absicherung, Arbeitszeiten, Homeoffice und Kinderbetreuung.

Die Covid-19-Pandemie hat an vielen Stellen zu enormen Herausforderungen bei der Planung und Durchführung der IAB-Umfragen geführt. Dies betraf unter anderem die Fragebogenentwicklung, die Datenerfassungsmethoden, die Stichprobenziehung, die Feldarbeit und die Qualitätskontrolle (einen Überblick dazu bietet eine 2020 erschienene Studie von Joseph Sakshaug und anderen). So konnten beispielsweise zeitweise keine Vor-Ort-Befragungen durchgeführt werden. Neue Fragebögen mussten unter teils stark erhöhtem Zeitdruck entwickelt werden. Dabei führte jedes Befragungsteam eine umfassende Risikobewertung durch, die die Folgen der Pandemie auf die Datenerhebung und die daraus resultierende Datenqualität sowie mögliche Lösungsansätze und Notfallpläne dokumentiert.

Die am IAB geschaffene Datenbasis ist für Wissenschaft und Praxis von hoher Bedeutung

Die am IAB geschaffene Datenbasis ist für die Politik, vor allem die Arbeitsmarktpolitik, von hoher Relevanz. Dank dieser Datenbasis lassen sich die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen des Arbeitsmarktes, die Auswirkungen der Pandemie auf betrieblicher Ebene, aber auch auf das (Erwerbs-)Leben von Individuen sowie die Wirkungen von staatlichen Maßnahmen besser verstehen und beurteilen. Sie liefert wichtige Erkenntnisse für Forschung und Fachöffentlichkeit und leistet angesichts der enormen Unsicherheit, welche die Corona-Krise für die staatlichen Entscheidungsträger mit sich bringt, einen wichtigen Beitrag zur Politikberatung. Einige ausgewählte Befunde sollen die Bedeutung der geschaffenen Datenbasis für die Politikberatung beispielhaft illustrieren.

So präsentierten Anja Bauer und andere in einem 2021 erschienenen Beitrag für das IAB-Forum einen Index zum beruflichen Ansteckungspotenzial, zur Quantifizierung des bei der Ausübung eines Berufes bestehenden Risikos, sich mit Corona zu infizieren. Die Studie zeigt, dass die Ansteckungsgefahr besonders bei solchen Berufen hoch ist, die den Umgang mit infizierten Menschen (zum Beispiel medizinische Berufe), aber auch einen engen Körper- und Kundenkontakt (zum Beispiel Reinigungsberufe) erfordern.

Bisherige Forschungsergebnisse zu den Folgen der Pandemie für Betriebe und Beschäftigte

Bisherige Ergebnisse des IAB zu den Folgen der Pandemie für Betriebe und Beschäftigte zeigen unter anderem, inwieweit Betriebe im Verlauf der Pandemie ihre Homeoffice-Kapazitäten ausgeweitet oder ihren Beschäftigten erstmals erlaubt haben, Homeoffice zu nutzen. Allerdings wechseln viele Beschäftigte nicht ins Homeoffice, obwohl sich ihre Tätigkeit grundsätzlich dafür eignen würde und die technischen Voraussetzungen gegeben wären. Denn auf beiden Seiten bestehen diesbezüglich noch Vorbehalte. Diese konnten teilweise abgebaut werden, wenn auch oftmals nur temporär (ausführlichere Analysen zu dieser Thematik finden Sie zum Beispiel in Beiträgen von Lutz Bellmann und anderen sowie von Philipp Grunau und Georg-Christoph Haas, beide 2021 im IAB-Forum erschienen, im IAB-Kurzbericht 5/2021 sowie in einem Beitrag von Bernd Fitzenberger und Ulrich Walwei in der Ökonomenstimme).

Im ersten Jahr der Pandemie haben insbesondere Betriebe, die stark von der Krise betroffen waren, ihr Ausbildungsplatzangebot zurückgefahren und weniger Ausbildungsabsolventen als in den Jahren zuvor übernommen. Die Besetzung von Ausbildungsplätzen wird in der Krise zudem durch den Rückgang an Bewerberinnen und Bewerbern erschwert, der insbesondere im zweiten Jahr der Pandemie den Rückgang des Ausbildungsplatzangebots dominiert (lesen Sie dazu verschiedene Beiträge von Lutz Bellmann und Koautoren im IAB-Forum, siehe unten). Zudem kam es während des ersten Lockdowns zu einem massiven Einbruch der betrieblichen Weiterbildungsbeteiligung. Zwar haben viele Betriebe digitale Lernformen neu eingeführt oder ausgeweitet, doch konnte dies den starken Rückgang der Weiterbildung nicht aufhalten. Zu diesem Ergebnis kommen Analysen von Ramona Jost und Ute Leber (im Erscheinen) sowie von Lutz Bellmann und Koautoren, der 2020 im IAB-Forum veröffentlicht worden ist.

Bemerkenswert ist auch der Befund, dass Exportbetriebe im Vergleich zu nicht exportierenden Betrieben insgesamt nicht stärker von der Pandemie betroffen waren. Allerdings waren Betriebe, die in Länder außerhalb der Europäischen Union und des Vereinigten Königreichs exportieren, zumindest zu Beginn der Pandemie von der Krise besonders stark betroffen (lesen Sie dazu den IAB-Kurzbericht 10/2021). Allerdings haben diese Betriebe eine insgesamt günstigere Liquiditätsausstattung. Zum Zeitpunkt der Befragung im November 2020 haben sie sogar häufiger Personal eingestellt, obwohl sie zugleich die sogenannten Novemberhilfen öfter beantragt haben.

Die Corona-Krise hat gerade sozial schwächere Bevölkerungsgruppen stark getroffen

Die Forschungsergebnisse des IAB weisen darauf hin, dass die Corona-Krise gerade sozial schwächere Bevölkerungsgruppen besonders stark getroffen hat. Zwar ging die allgemeine Lebenszufriedenheit für alle Erwerbstätigen in den ersten Monaten der Pandemie stark zurück. Gleichwohl gibt es Unterschiede, wie im  IAB-Discussion Paper 4/2021 von Gundula Zoch und anderen aufgezeigt wird.

Überproportional betroffen waren Frauen und erwerbstätige Mütter, aber auch Beschäftigte in Kurzarbeit sowie Selbstständige, die in der Pandemie deutliche Einkommenseinbußen zu verzeichnen hatten. Am wenigsten sank das Wohlbefinden bei kinderlosen Männern, die systemrelevante Tätigkeiten ausübten und solchen, die im Homeoffice tätig waren. Väter, die im Homeoffice arbeiteten, waren im Schnitt etwas unzufriedener als Mütter mit dieser Möglichkeit, auch wenn Mütter öfter einer Doppelbelastung ausgesetzt waren, weil sie gleichzeitig ihre Kinder betreuen mussten (eine ausführliche Analyse findet sich in einer 2021 publizierten Studie von Gundula Zoch und Koautorinnen).

Obwohl viele Erwerbstätige durch die Corona-Krise Einkommensrückgänge erlebt haben, zeigen bisherige Forschungsergebnisse von Kerstin Bruckmeier und Koautoren, dass dies bislang nicht zu einem Anstieg der Einkommensungleichheit in Deutschland im Jahr 2020 geführt hat.

Je nach Personengruppe unterscheiden sich die ökonomischen und sozialen Ressourcen, die dabei helfen können, Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise, wie Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote, individuell zu bewältigen. Wie ein 2020 publizierter Beitrag von Sebastian Bähr und anderen im IAB-Forum zeigt, trifft die Corona-Krise die ökonomisch ohnehin schwächeren Gruppen in besonderer Weise. So weisen Menschen, die Leistungen der Grundsicherung beziehen, ein höheres Risiko der sozialen Isolierung auf. Empirische Befunde von Malte Sandner und anderen, die im IZA Discussion Paper Nr. 14797 veröffentlicht wurden, zeigen zudem, dass ein starker Rückgang des psychischen Wohlbefindens im Zuge der Pandemie Bildungserwartungen und Karriereentscheidungen junger Menschen negativ beeinflusst.

Hans Dietrich und andere haben zudem in einem 2021 erschienenen Beitrag darauf hingewiesen, dass durch die geforderten Aufsichts- und Unterstützungspflichten der Eltern im Homeschooling während der ersten Schulschließungen, die Chancengleichheit im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt langfristig weiter verringern dürfte.

Der bisher günstige Integrationsverlauf von Geflüchteten in Deutschland wurde durch die Pandemie ebenfalls deutlich gebremst. Dies belegt eine Analyse von Herbert Brücker und anderen im IAB-Kurzbericht 9/2021. So waren Geflüchtete im Vergleich zu anderen Personengruppen im Sommer 2020 eher von Arbeitslosigkeit betroffen. Das ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass Integrationskurse und -maßnahmen sowie Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen coronabedingt abgebrochen oder unterbrochen werden mussten.

Weitere Ergebnisse sowie eine Übersicht der aktuellen Forschungsaktivitäten des IAB zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Arbeitsmarkt findet sich auf der IAB-Website.

Ausblick

Das IAB führt sowohl die neu aufgesetzten als auch die Zusatzbefragungen im Rahmen bereits bestehender Erhebungen über das Jahr 2021 hinaus in teilweise reduziertem Umfang oder mit geringerer Frequenz fort. Auf Grundlage dieser Daten und der bis dahin verfügbaren administrativen Daten sollen 2022 beispielsweise die Organisation der Ausbildung in Krisenzeiten und die Erwartungen an die Arbeitsorganisation nach der Krise untersucht werden. In einem weiteren Projekt wird analysiert, wie sich die Krise auf regionaler Ebene am Beispiel von Deutschland und China auswirkt.

Andere geplante Studien beschäftigen sich mit den individuellen Auswirkungen von Kurzarbeit, drohendem Jobverlust, mobiler Arbeit, eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und pflegebedürftige Angehörige, Online-Unterricht oder eingeschränkten (Weiter-)Bildungsmöglichkeiten. Weiterhin wird erforscht, welche Berufe Tätigkeiten umfassen, die potenziell von zu Hause erledigt werden könnten. Auch die Frage, ob sich Rekrutierungsprobleme und Fachkräfteengpässe in systemrelevanten Branchen und Berufen durch Corona verstärkt oder auch verringert haben, steht auf der Forschungsagenda des IAB.

Die IAB-Forschung zu den Folgen der Covid-19-Pandemie wird sich 2022 darüber hinaus mit Aspekten der individuellen Gesundheit, der geschlechterspezifischen Rollenverteilung in Beruf und Familie sowie den Auswirkungen auf die gesellschaftliche Teilhabe und die soziale Ungleichheit beschäftigen. Zudem wird das IAB die Auswirkungen auf die Bildungs- und Erwerbsverläufe von jungen Menschen, die Entwicklung von Jugendarbeitslosigkeit sowie die Übergänge von der Schule in Ausbildung und Beschäftigung in den Blick nehmen.

1 Bestehende IAB-Erhebungen mit Corona-Bezug

IAB-Betriebspanel

Leitung: Lutz Bellmann

Ergebungsobjekt: Betriebe

Art der Befragung: mixed-mode design (online, schriftlich, telefonisch)

Start von coronaspezifischen Informationen: 2020, Juni

Frequenz: jährlich

Inhalte coronaspezifisch: Auswirkungen der Pandemie auf die Betriebe, Stärke der Betroffenheit, personalpolitische Reaktionen auf die Pandemie, Veränderungen im Leistungsangebot oder in den Vertriebswegen, Kurzarbeit, mobiles Arbeiten, Ausbildung während der Pandemie, digitale Formen der Weiterbildung

externe Kooperationspartner: Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW), Internationales Institut für Empirische Sozialökonomie (INIFES), Institut für Sozialökonomische Strukturanalysen (SÖSTRA), Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), Institut für Technologietransfer an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

Lebensqualität und Teilhabe

Leitung: Sebastian Hülle, Mark Trappmann, Joachim Wolff

Erhebungsobjekt: Programmteilnehmende §16e und §16i SGB II und Vergleichsgruppe (SGB-II-Leistungsbeziehende)

Art der Befragung: telefonisch

Start von coronaspezifischen Informationen: 2020, Mai

Frequenz: 4 Wellen (2020–2021, 2021–2022, 2023, 2025)

Inhalte coronaspezifisch: Besorgnis in der Corona-Pandemie, vergangene/aktuelle Quarantäne, Arbeitszeit/Einkommen, Kurzarbeit, Homeoffice, Kündigung Maßnahme/Erwerbstätigkeit wegen Corona-Krise, beschäftigungsbegleitende Betreuung (Coaching) während Corona-Pandemie, Einschränkung der Erwerbsfähigkeit wegen Corona, Kinderbetreuung während Corona-Pandemie

externe Kooperationspartner: nein

Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung

Leitung: Jens Stegmaier, Mark Trappmann

Erhebungsobjekt: Haushalte, Personen

Art der Befragung: mixed-mode design (telefonisch, persönlich)

Start von coronaspezifischen Informationen: 2020, April

Frequenz: jährlich

Inhalte coronaspezifisch: Ausgangsbeschränkung und Quarantäne, Kinderbetreuung, Einkommensverlust, Arbeitsplatzbedingungen, Kurzarbeit, Homeoffice, mentale Gesundheit, Sorgen

externe Kooperationspartner: nein

IAB-Stellenerhebung

Leitung: Nicole Gürtzgen, Alexander Kubis

Erhebungsobjekt: Betriebe

Art der Befragung: Paper & Pencil1 mit CAWI2-Option, CATI3

Start von coronaspezifischen Informationen: 2020, April (bis März 2021)

Frequenz: vierteljährlich

Inhalte coronaspezifisch: Betroffenheit, Geschäftsvolumen, Digitalisierung, Lieferantenschwierigkeiten, subventionierte Kurzarbeit, vorübergehende Schließung, Insolvenzrisiko (endgültige Schließung), Soforthilfe (Inanspruchnahme und Nutzeneinschätzung), Beschäftigtenbestand, Entlassungen und offene Stellen, Normalisierungserwartung

externe Kooperationspartner: nein

Betriebsbefragung IAB-ZEW-Arbeitswelt 4.0

Leitung: Florian Lehmer, Britta Matthes

Erhebungsobjekt: Betriebe

Art der Befragung: telefonisch

Start von coronaspezifischen Informationen: 2021

Frequenz: 2016, 2021

Inhalte coronaspezifisch: Investitionen in digitale Technologien wegen Corona, bessere Krisenbewältigung durch stärkere Digitalisierung

externe Kooperationspartner: Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA)

Nationales Bildungspanel

Leitung: Basha Vicari

Erhebungsobjekt: Eltern der Startkohorte „Kindergarten“, Startkohorten (ehemalige Klasse 5, Klasse 9 und Studierende sowie Erwachsene)

Art der Befragung: CAWI2, CATI3

Start von coronaspezifischen Informationen: 2020, Mai

Frequenz: 2020 (CAWI²-Zusatzerhebung), 2020/21 & 2021/22 (in Haupterhebung: CATI3)

Inhalte coronaspezifisch: Familie und deren Betroffenheit durch die Krise, Kinderbetreuung, Erwerbssituation, Bildung und Lernen, Vertrauen in Politik und Gesellschaft, Gesundheit und Wohlbefinden

externe Kooperationspartner: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Leibniz Institut für Bildungsverläufe (LIfBi)

Linked Personnel Panel – Corona-Zusatzbefragung

Leitung: Corinna Frodermann, Philipp Grunau

Erhebungsobjekt: Beschäftigte

Art der Befragung: online (CAWI2)

Start von coronaspezifischen Informationen: 2020, April

Frequenz: 3 Wellen im Jahr 2020

Inhalte coronaspezifisch: Arbeitszeit, Produktivität und Zufriedenheit, Homeoffice, Kommunikation und Teamarbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie

externe Kooperationspartner: Universität zu Köln, Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)

Arbeitssuche und Lebensqualität

Leitung: Gesine Stephan

Erhebungsobjekt: arbeitssuchend gemeldete Erwerbstätige

Art der Befragung: Smartphone App

Start von coronaspezifischen Informationen: 2020, April

Frequenz: monatlich

Inhalte coronaspezifisch: verschiedene Wohlbefindensindikatoren (kognitiv, affektiv, physisch), Kurzarbeit, Coronainfektion/Quarantäne, Homeoffice, Sorgen, Erwerbsstatus

externe Kooperationspartner: Freie Universität Berlin, University of Leeds

Berufliche Orientierung: Berufswahl und Studienwahl

Leitung: Silke Anger, Sarah Bernhard, Hans Dietrich, Adrian Lerche, Alexander Patzina, Malte Sandner, Carina Toussaint

Erhebungsobjekt: Schülerinnen und Schüler der Abiturjahrgänge 2020 und 2021

Art der Befragung: CAPI4 und CAWI

Start von coronaspezifischen Informationen: 2020, April

Frequenz: halbjährlich

Inhalte coronaspezifisch: Lernen während Schulschließungen, berufliche Zukunftssorgen wegen Corona-Krise, Beinflussung des weiteren Bildungswegs, Covid-19 in der Familie, Auswirkung von Covid-19 auf den Alltag

externe Kooperationspartner: nein


1 Paper & Pencil bezeichnet eine schriftliche Befragung mit Papierfragebogen.
2 CAWI (Computer Assisted Web Interviewing) bezeichnet eine Online-Umfrage, die über den Webbrowser des Befragten ausgeführt wird.
3 CATI (Computer Assisted Telephone Interviewing) bezeichnet ein computerunterstütztes telefonisches Interview.
4 CAPI (Computer Assisted Personal Interviewing) bezeichnet ein computerunterstütztes persönliches Interview.

2 Neue IAB-Erhebungen mit Corona-Bezug

Hochfrequentes Online-Personen-Panel „Leben und Erwerbstätigkeit in Zeiten von Corona“

Leitung: Georg-Christoph Haas, Christopher Osiander

Erhebungsprojekt: überwiegend sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, in geringem Umfang auch Arbeitslose, Arbeitsuchende, Leistungsbeziehende, Teilnehmende an Maßnahmen, Rentnerinnen und Rentner

Art der Befragung: online

Start: 2020, Mai

Frequenz: monatlich (Welle 2 bis 4) bzw. alle zwei Monate (Welle 5 bis 7)

Inhalte: Erwerbsstatus, Kurzarbeit, Arbeitszeit, Haushaltsarbeit und Kinderbetreuung, Homeoffice, Sorgen und Zufriedenheit, Beurteilung der Corona-Maßnahmen, Vertrauen in Institutionen, Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen, Work-Life-Balance, berufliche Weiterbildung, Gesundheit

externe Kooperationspartner: nein

Panel „Betriebe in der Covid-19-Krise“

Leitung: Lutz Bellmann, Jens Stegmaier

Erhebungsobjekt: Betriebe

Art der Befragung: telefonisch

Start: 2020, August

Frequenz: drei- bis vierwöchig (noch laufend)

Inhalte: einmalige Strukturinformationen, feste Fragen zur Erhebung von Panelmerkmalen, variable Schwerpunkte (Kurzarbeit, Gesundheitsschutz, Ausbildung, Homeoffice, Weiterbildung, Digitalisierung, Arbeitsorganisation etc.)

externe Kooperationspartner Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Excellenzcluster ECONtribute der Universitäten Bonn und Köln

Studie „Corona und Du“

Leitung: Silke Anger, Bernhard Christoph, Malte Sandner

Erhebungsobjekt: Kinder und Jugendliche sowie Eltern

Art der Befragung: online

Start: 2021, April

Frequenz: jährlich

Inhalte: Lernen während Schulschließungen, Beeinflussung des weiteren Bildungs- und Berufswegs durch Corona-Krise, Auswirkung auf den Alltag von Familien, Wirkung staatlicher Unterstützung zur Reduzierung der Folgen der Corona-Krise

externe Kooperationspartner: Universität Hamburg, Universität Potsdam, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), Corona School e. V.

Studie „Auswirkungen von Corona auf die berufliche Rehabilitation“

Leitung: Angela Rauch, Nancy Reims

Erhebungsobjekt: Rehabilitandinnen und Rehabilitanden

Art der Befragung: telefonisch / videogestützt

Start: 2020, Juli

Frequenz: einmalig

Inhalte: Auswirkungen von Corona auf berufliche Rehabilitation und die Arbeitsmarktchancen beruflicher Rehabilitanden

externe Kooperationspartner: nein

IAB-Datenbasis zu Corona-Eindämmungsmaßnahmen

Leitung: Anja Bauer, Enzo Weber

Erhebungsobjekt: Regionen, Branchen

Art der Erhebung: Informationsrecherche

Start: 2020, März

Frequenz: laufend

Inhalte: regionale Eindämmungsmaßnahmen im Zeitverlauf

externe Kooperationspartner: nein

Covid-19 Sonderbefragung der IAB-SOEP-Migrationsstichprobe

Leitung: Ehsan Vallizadeh

Erhebungsobjekt: Personen mit direktem oder indirektem Migrationshintergrund sowie deren Haushaltsmitglieder

Art der Befragung: telefonisch

Start: 2020, April bis Juni; 2021, Januar bis Februar

Frequenz: zwei Wellen

Inhalte: Gesundheitsverhalten und gesundheitliche Ungleichheit, Arbeitsmarkt und Erwerbsarbeit, soziales Leben, Netzwerke und Mobilität, psychische Gesundheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt

externe Kooperationspartner: Sozio-ökonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Covid-19-Sonderbefragung der IAB-BAMF-SOEP Geflüchtetenstichprobe

Leitung: Yuliya Kosyakova, Ehsan Vallizadeh

Erhebungsobjekt: Geflüchtete (IAB-BAMF-SOEP-Geflüchtetenstichprobe)

Art der Befragung: telefonisch

Start: 2020, Juli bis August

Frequenz: einmalig

Inhalte: Gesundheitsverhalten und gesundheitliche Ungleichheit, Arbeitsmarkt und Erwerbsarbeit, soziales Leben, Netzwerke und Mobilität, psychische Gesundheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Maßnahmenteilnahme

externe Kooperationspartner: Sozio-ökonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

RKI-SOEP-1 Corona-Studie

Leitung: Herbert Brücker, Parvati Trübswetter

Erhebungsobjekt: SOEP-Teilnehmende, u.a. IAB-SOEP-Migrationsstichprobe

Art der Befragung: schriftlich-postalisch

Start: 2020, Oktober

Frequenz: einmalig

Inhalte: Aktuelle und durchgestandene Infektion (Antikörpertest bzw. PCR-Test), Symptome im Zusammenhang einer Infektion

externe Kooperationspartner: Robert Koch-Institut (RKI), Sozio-ökonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

RKI-SOEP-2 Corona-Studie

Leitung: Laura Goßner, Herbert Brücker, Parvati Trübswetter

Erhebungsobjekt: SOEP-Teilnehmende, IAB-SOEP-Migrationsstichprobe und IAB-BAMF-SOEP-Geflüchtetenstichprobe

Art der Befragung: schriftlich-postalisch, telefonische Hilfestellung

Start: 2021, Oktober

Frequenz: einmalig

Inhalte: Testung auf Antikörper gegen SARS-CoV-2, wissentliche Infektion mit dem Coronavirus, Schwere der Infektion (Krankenhausaufenthalt), Impfung gegen COVID-19, Zugangsweg zur Impfung, Impfabsicht und entsprechende Motive, aktueller Gesundheitszustand, Auswirkungen aktueller Beschwerden auf die Erwerbstätigkeit, Mobilitätsverhalten, Informationsbeschaffung zum Coronavirus bzw. zur Impfung (Wege, Sprache), mentale Belastung aufgrund der Pandemie, ergriffene Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion, Meinung zur staatlichen Corona-Politik

externe Kooperationspartner: Robert Koch-Institut (RKI), Sozio-ökonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) , Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Beschäftigung und Haushalte

Leitung: Michael Oberfichtner, Simon Trenkle

Erhebungsobjekt: Haushalte mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten

Art der Befragung: online

Start: 2020, November

Frequenz: einmalig

Inhalte: Erwerbstätigkeit, insbs. Kurzarbeit, Zeitverwendung, Lebenszufriedenheit, Haushaltskontext

externe Kooperationspartner: Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Boston University, Research Centre for Education and the Labour Market (ROA)

Beratung und Aktivierung von Eltern kleiner Kinder

Leitung: Mariella Falkenhain, Andreas Hirseland

Erhebungsobjekt: Jobcenter in gemeinsamen Einrichtungen

Art der Befragung: online

Start: 2021, Juni

Frequenz: einmalig

Inhalte: Auswirkungen der Pandemie auf Jobcenter-Angebote für Eltern mit Kindern unter drei Jahren

externe Kooperationspartner: nein

Auswirkungen der Corona-Krise auf die Durchführung geförderter Weiterbildung

Leitung: Thomas Kruppe, Julia Lang

Erhebungsobjekt: Teilnehmende an FbW1-Bildungsträger

Art der Befragung: online

Start: 2020, Oktober

Frequenz: einmalig

Inhalte: Durchführung von FbW1-Maßnahmen während der Pandemie, Abbrüche von Kursen oder Umstellung auf alternative Formate, Sozialdienstleister-Einsatzgesetz

externe Kooperationspartner: nein

Youth economic activity and health monitor

Leitung: Hans Dietrich

Erhebungsobjekt: Personen im Alter von 18 bis 45 Jahren

Art der Befragung: CATI2

Start: 2021, April

Frequenz: monatlich

Inhalte: Erwerbssituation, psychische Gesundheit, Jugendarbeitslosigkeit

externe Kooperationspartner: Institute of Education am University College London (UCL)


1 Förderung beruflicher Weiterbildung
2 CATI (Computer Assisted Telephone Interviewing) bezeichnet ein computerunterstütztes telefonisches Interview.

 

 

Literatur

Bähr, Sebastian; Frodermann, Corinna; Stegmaier, Jens; Teichler, Nils; Trappmann, Mark (2020): Knapper Wohnraum, weniger IT-Ausstattung, häufiger alleinstehend: Warum die Corona-Krise Menschen in der Grundsicherung hart trifft. In: IAB-Forum, 10.09.2020.

Bauer, Anja; Dengler, Katharina; Matthes, Britta; Jucknewitz, Roland; Schramm, Anja (2021): Berufe und Covid-19-Pandemie: Wie hoch ist das berufsspezifische Ansteckungsrisiko? In: IAB-Forum, 21.09.2021.

Bellmann, Lutz; Bourgeon, Pauline; Gathmann, Christina; Kagerl, Christian; Marguerit, David; Martin, Ludivine; Pohlan, Laura; Roth, Duncan (2021): Digitalisierungsschub in Firmen während der Corona-Pandemie. In: Wirtschaftsdienst, Vol. 101, No. 9, S. 713–718.

Bellmann, Lutz; Ebbinghaus, Margit; Fitzenberger, Bernd; Gerhards, Christian; Gleiser, Patrick; Hensgen, Sophie; Kagerl, Christian; Kleifgen, Eva; Leber, Ute; Moritz, Michael; Roth, Duncan; Stegmaier, Jens; Umkehrer, Matthias (2021): Mangel an Bewerbungen bremst die Erholung am Ausbildungsmarkt. In: IAB-Forum (im Erscheinen).

Bellmann, Lutz; Fitzenberger, Bernd; Gleiser, Patrick; Kagerl, Christian; Kleifgen, Eva; Koch, Theresa; König, Corinna; Leber, Ute; Pohlan, Laura; Roth, Duncan; Schierholz, Malte; Stegmaier, Jens; Aminian, Armin (2021): Jeder zehnte ausbildungsberechtigte Betrieb könnte im kommenden Ausbildungsjahr krisenbedingt weniger Lehrstellen besetzen. In: IAB-Forum, 22.02.2021.

Bellmann, Lutz; Fitzenberger, Bernd; Gleiser, Patrick; Kagerl, Christian; Kleifgen, Eva; Koch, Theresa; König, Corinna; Leber, Ute; Pohlan, Laura; Roth, Duncan; Schierholz, Malte; Stegmaier, Jens; Aminian, Armin (2020): Betriebliche Ausbildung trotz Erschwernissen in der Covid-19-Krise robuster als erwartet. In: IAB-Forum, 05.11.2020.

Bellmann, Lutz; Gleiser, Patrick; Hensgen, Sophie; Kagerl, Christian; Kleifgen, Eva; Leber, Ute; Moritz, Michael; Pohlan, Laura; Roth, Duncan; Schierholz, Malte; Stegmaier, Jens; Umkehrer, Matthias; Backhaus, Nils; Tisch, Anita (2021): Homeoffice in der Corona-Krise: leichter Rückgang auf hohem Niveau. In: IAB-Forum, 11.10.2021.

Bellmann, Lutz; Gleiser, Patrick; Kagerl, Christian; Kleifgen, Eva; Koch, Theresa; Kruppe, Thomas; König, Corinna; Lang, Julia; Leber, Ute; Pohlan, Laura; Roth, Duncan; Schierholz, Malte; Stegmaier, Jens; Aminian, Armin (2020): Weiterbildung in der Covid-19-Pandemie stellt viele Betriebe vor Schwierigkeiten. In: IAB-Forum, 09.12.2020.

Brücker, Herbert; Gundacker, Lidwina; Hauptmann, Andreas; Jaschke, Philipp (2021): Arbeitsmarktwirkungen der COVID-19-Pandemie: Stabile Beschäftigung, aber steigende Arbeitslosigkeit von Migrantinnen und Migranten. IAB-Kurzbericht Nr. 9.

Bruckmeier, Kerstin; Fitzenberger, Bernd; Wiemers, Jürgen (2021): Corona führte zwar bisher nicht zu gestiegener Einkommensungleichheit – für eine Entwarnung ist es dennoch zu früh. In: IAB-Forum, 07.10.2021.

Bruckmeier, Kerstin; Peichl, Andreas; Popp, Martin; Wiemers, Jürgen; Wollmershäuser, Timo (2021): Distributional effects of macroeconomic shocks in real-time – A Novel Method Applied to the COVID-19 Crisis in Germany. In: Journal of Economic Inequality, Vol. 19, No. 3, S. 459–487.

Dietrich, Hans; Patzina, Alexander; Lerche, Adrian (2021): Social inequality in the homeschooling efforts of German high school students during a school closing period. In: European Societies, Vol. 23, No. sup1, S. 348–369.

Fitzenberger, Bernd; Walwei, Ulrich (2021): Homeoffice nach der Covid-19-Krise: Aus der Not kann eine Tugend werden. In: Ökonomenstimme.

Frodermann, Corinna; Grunau, Philipp; Haas, Georg-Christoph; Müller, Dana (2021): Homeoffice in Zeiten von Corona: Nutzung, Hindernisse und Zukunftswünsche. IAB-Kurzbericht Nr. 5.

Grunau, Philipp; Haas, Georg-Christoph (2021): Homeoffice in der Corona-Krise: Vorbehalte haben abgenommen. In: IAB-Forum, 14.06.2021.

Gürtzgen, Nicole; Kubis, Alexander; Küfner, Benjamin (2020): Großbetriebe haben während des Covid-19-Shutdowns seltener als kleine Betriebe Beschäftigte entlassen. In: IAB-Forum, 03.07.2020.

Jost, Ramona; Leber, Ute (2021): Die betriebliche Weiterbildung ist in der Krise massiv eingebrochen. In: IAB-Forum (im Erscheinen).

Kleifgen, Eva; Roth, Duncan; Stepanok, Ignat (2021): Exportbetriebe und die Folgen der Covid-19-Pandemie: Kriseneffekte unterscheiden sich nach Zielländern der Exporte, IAB-Kurzbericht Nr. 10.

Sakshaug, Joseph; Beste, Jonas; Coban, Mustafa; Fendel, Tanja; Haas, Georg-Christoph; Hülle, Sebastian; Kosyakova, Yuliya; König, Corinna; Kreuter, Frauke; Küfner, Benjamin; Müller, Bettina; Osiander, Christopher; Schwanhäuser, Silvia; Stephan, Gesine; Vallizadeh, Ehsan; Volkert, Marieke; Wenzig, Claudia; Westermeier, Christian; Zabel, Cordula; Zins, Stefan (2020): Impacts of the COVID-19 Pandemic on Labor Market Surveys at the German Institute for Employment Research. In: Survey research methods, Vol. 14, No. 2, S. 229–233.

Sandner, Malte; Patzina, Alexander; Anger, Silke; Bernhard, Sarah; Dietrich, Hans (2021): The COVID-19 pandemic, well-being, and transitions to post-secondary education. In: IZA Discussion Paper No. 14797.

Zoch, Gundula; Bächmann, Ann-Christin; Vicari, Basha (2021): Gender Differences in Reduced Well-being during the COVID-19 Pandemic – the Role of Working Conditions. IAB-Discussion Paper Nr. 4.

Zoch, Gundula; Bächmann, Ann-Christin; Vicari, Basha (2021): Who cares when care closes? Care-arrangements and parental working conditions during the COVID-19 pandemic in Germany. In: European Societies, Vol. 23, No. sup1, S. 576–588.

 

Kosyakova , Yuliya; Pohlan, Laura (2021): Mit einer Vielzahl an Erhebungen bringt das IAB Licht ins Corona-Dunkel, In: IAB-Forum 17. November 2021, https://www.iab-forum.de/mit-einer-vielzahl-an-erhebungen-bringt-das-iab-licht-ins-corona-dunkel/, Abrufdatum: 1. Dezember 2021