Die deutsche Wirtschaft erholt sich im dritten Quartal 2021 weiter. Eine Reihe von Branchen profitiert von Nach- und Aufholeffekten. Allerdings bremsen Materialengpässe weiterhin die Erholung der Wirtschaftstätigkeit. Die Erholung des Arbeitsmarktes setzt sich dennoch fort, wenn auch langsamer als in den Vormonaten.

Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft erholt sich ebenfalls. Die Volkswirtschaften der wichtigsten Handelspartner Deutschlands werden voraussichtlich auch im dritten Quartal 2021 wachsen. Die Indikatoren zur aktuellen Lage in der Eurozone, in den USA und in China sind seit Anfang des Jahres kontinuierlich gestiegen. Zuletzt ist jedoch die Lageeinschätzung für die USA und China wieder leicht gesunken. Zudem trüben Unsicherheiten wegen Lieferengpässen und möglichen coronabedingten Einschränkungen im Winter die Aussichten auf die nächsten sechs Monate weiter ein.

Außenhandel

Im Außenhandel liegen die Exporte und die Importe wieder über Vorkrisenniveau. Die Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union sind im August gegenüber Juli zwar leicht gesunken, sind aber weiterhin höher als ein Jahr zuvor. Unter den Haupthandelspartnern stellt hier nur das Vereinigte Königreich eine Ausnahme dar. Die Exporterwartungen hatten sich im Sommer verschlechtert, sie haben sich aber im September wieder etwas erholt.

Investitionen

Die Investitionen werden im dritten Quartal 2021 vermutlich zulegen. Die Umsätze der Investitionsgüterproduzenten verliefen im Lauf des Jahres schwankend, sie haben sich aber zuletzt etwas verbessert. Der Auftragseingang hat einen Jahreshöchstwert erreicht. Lieferengpässe dämpfen jedoch auch hier die Stimmung. Die Indikatoren zur aktuellen Lage der Investitionsgüterproduzenten sowie deren Erwartungen für die nächsten Monate haben sich im September erneut verschlechtert, bleiben aber im positiven Bereich. Im Bauhauptgewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima nochmals. Auch der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist zuletzt gestiegen.

Konsum

Die private Konsumnachfrage wächst im dritten Quartal 2021 weiter, auch wenn die Lage hier noch uneinheitlich ist. Das Konsumklima hat sich nach einer Eintrübung im Sommer wieder aufgehellt und nun fast das Vorkrisenniveau erreicht. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage der Konsumgüterproduzenten hat sich aber wieder verschlechtert. Auch der Ausblick in die Zukunft liegt hier im negativen Bereich. Im Gastgewerbe haben sich die Umsatzerwartungen dagegen wieder gebessert. Von der staatlichen Konsumnachfrage geht derzeit kein zusätzlicher Stimulus aus.

Arbeitsmarkt

Die gute Arbeitsmarktentwicklung setzt sich fort. Die Beschäftigung verzeichnet erneut einen Zuwachs und die Arbeitslosigkeit nimmt weiter ab. Dabei sinkt saisonbereinigt lediglich die Arbeitslosigkeit im SGB-III-Bereich. Die Arbeitslosigkeit im SGB-II-Bereich bleibt konstant. Auch die Unterbeschäftigung geht nochmal zurück.  Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen steigt weiter, jedoch war der Zugang von neuen offenen Stellen geringer als im Vormonat. Nachdem das IAB­‑Arbeitsmarktbarometer in den Vormonaten Höchstwerte erreichte, sinkt es im September um 1,2 auf 106,2 Punkte. Der Rückgang ist allein auf die geringere Arbeitslosigkeitskomponente zurückzuführen. Die Beschäftigungskomponente steigt leicht. Die Arbeitsmarktaussichten bleiben damit deutlich im positiven Bereich.

Gartner, Hermann; Weber, Enzo (2021): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – September 2021, In: IAB-Forum 30. September 2021, https://www.iab-forum.de/einschaetzung-des-iab-zur-wirtschaftlichen-lage-september-2021/, Abrufdatum: 25. Oktober 2021