Das Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen. Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich damit deutlich schwächer als in den letzten beiden Quartalen. Der Dämpfer ist vor allem auf Sonderfaktoren in der Kfz-Branche zurückzuführen. Die Unsicherheiten durch die internationale Handelspolitik, den anstehenden Brexit und die italienische Staatsverschuldung bleiben bestehen und trüben die Konjunkturerwartungen ein. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich gut, die Erwerbstätigkeit nimmt zu, die Arbeitslosigkeit geht zurück.

Außenwirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft wächst, verliert aber weiter an Dynamik. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage, als auch die Erwartungen verschlechtern sich. Dies zeigt sich auch im Euroraum. Im Vergleich zum Vorquartal stieg hier das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal lediglich um 0,2 Prozent (nach 0,4% im ersten und im zweiten Quartal).

Exporte

Die nachlassende weltwirtschaftliche Dynamik und die vorübergehenden Produktionseinschränkungen in der Kfz-Branche aufgrund der neuen Zertifizierungsrichtlinien haben merkliche Auswirkungen auf den deutschen Außenhandel. Die Exporte sind im dritten Quartal um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen und treiben so den Rückgang des Bruttoinlandsproduktes. Die Exporterwartungen im Verarbeitenden Gewerbe bleiben positiv, auch wenn sie zuletzt etwas zurückgegangen sind. Die Importe blieben davon unberührt und nahmen um 1,3 Prozent zu.

Investitionen

Bei den Ausrüstungsinvestitionen ist ein moderater Anstieg zu verzeichnen (+0,8%). Die Bauinvestitionen nahmen im dritten Quartal erneut um 0,9 Prozent zu. In den nächsten Monaten ist hier mit keiner Trendänderung zu rechnen. Die Produktionskapazitäten sind ausgelastet, und die Geschäftslage im Bausektor wird weiterhin als sehr gut eingeschätzt.

Konsum

Die Konsumentwicklung sendet gemischte Signale. Der private Konsum ist im dritten Quartal um 0,3 Prozent gefallen. Dies liegt ebenfalls an den Produktionseinschränkungen und dem damit verbundenen Absatzrückgang in der Kfz-Branche. Da die Verbraucherstimmung weiterhin auf hohem Niveau und die Arbeitsmarktentwicklung gut ist, kann davon ausgegangen werden, dass sich der private Konsum wieder erholt. Der Staatskonsum nahm mit 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu.

Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv. Die Erwerbstätigkeit nimmt stetig zu, auch im Bereich der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, während die Arbeitslosigkeit sinkt. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist auch in diesem Monat im Wesentlichen durch eine günstige Entwicklung im Bereich der Grundsicherung entstanden. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat im November abermals zugelegt. Bis ins nächste Jahr ist demnach eine positive Entwicklung bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit zu erwarten.

 

Bauer, Anja; Weber, Enzo (2018): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – November 2018, In: IAB-Forum 29. November 2018, https://www.iab-forum.de/einschaetzung-des-iab-zur-wirtschaftlichen-lage-november-2018/, Abrufdatum: 15. Dezember 2018